Wie mich die Häkel-Sucht packte

 

Angefangen hat eigentlich alles während meiner Schwangerschaft. Ich weiß auch nicht, aber so ein dicker, runder Bauch macht doch ziemlich emotional. Ich saß auf dem Sofa und mit einem Mal wollte ich unbedingt ein Mützchen für unseren Nachwuchs stricken. Ja…eine Mütze muss her….so eine ganz süße, tolle, damit der Kleine auf den ersten Bildern absolut zum dahinschmelzen aussieht! (man kann ja schließlich nicht wissen, ob der Haarbestand und die Kopfform schon schöne Bilder zulassen :-) )

Also bin ich losgewatschelt und habe mir Wolle und Stricknadeln besorgt, habe das Internet nach Anleitungen durchforstet um dann endlich loszulegen. Was soll ich sagen? Es hat ewig gedauert (zum Glück ist man etwas länger schwanger) und das Ergebnis war….naja 😉

Trotzdem zeigte ich mein Werk meiner Freundin – natürlich mit vor Stolz geschwellter Brust (oder war es die Schwangerschaft?). Ihr erschütternder Kommentar war „Als Puppenmützchen kannst du es vielleicht verwenden, aber ob Euer Sohn mit Puppen spielen wird? Oder du nimmst es als Eierwärmer am Frühstückstisch?“

Damit war meine Strickleidenschaft schneller beendet als sie angefangen hat.

Mittlerweile waren wir dann schon zu dritt, die Kopfgröße des Kleinen war wirklich Lichtjahre von meinem Strickmützchen entfernt, aber der Gedanke, dass ich meinem Sohn etwas selbst machen könnte hat mich trotzdem nicht losgelassen.

Und mit einem Hinweis meiner Schwägerin (sie hat mir voller Begeisterung von den MyBoshi Mützen erzählt) habe ich mich an den Handarbeitsuntericht in der Grundschule erinnert und dachte “ Häkeln fand ich super!!!“. Und was damals funktioniert hat, könnte doch heute auch noch klappen?!?!?

Schnell habe ich mir das Buch von den beiden MyBoshi Jungs besorgt, dazu Wolle und ein ganzes Arsenal an Häkelnadeln und los gings. Und wisst ihr was?

ICH LIEBE ES!!!

Das Häkeln hat mich gepackt und ganz oft schaue ich meinen Mann Abends mit einem mitleiderregenden Blick an und frage „Stört es dich, wenn ich häkel?“.

Auf einer etwas längeren Autofahrt meinte er vor kurzem zu mir „Weißt du, mit Zwanzig sitzt im Auto neben einem eine mit Minirock und Lippenstift, mit Mitte Dreißig sitzt eine daneben und häkelt!“ . Zum  Glück hat er es mit einem Lachen im Gesicht gesagt….er findet es nämlich toll, dass ich häkle. Und er profitiert ja auch dazu, denn soviele Mützen hat er bisher noch nie besessen.

So sieht es also aus….ich bin Häkel-Süchtig und stehe dazu :-)